DER DAVOSERSCHLITTEN WECK IN JEDEM VON UNS ERINNERUNGEN. AMÜSANTE, DIE EIN HERZHAFTES LACHEN AUS UNS HERAUSLOCKEN. TRAGISCHE, BEI DENEN UNS EINE TRÄNE ÜBER DIE WANGEN KULLERT. ABENTEUERLICHE, DIE UNS EINEN ADRENALIN-KICK VERPASSEN. ROMANTISCHE, BEI DENEN UNSER HERZ SCHNELLER SCHLÄGT. GENAU SOLCHE GESCHICHTEN SUCHEN WIR. SAMMELN WIR. UND KURATIEREN WIR. SCHICK AUCH DU UNS DEINE GESCHICHTE. WIR FREUEN UNS AUF POST VON DIR.


PangronD

Scuol

Pangrond

Es ist der 26. Dezember 1998. Mit Herzklopfen warte ich zu Hause darauf, dass vor der Türe laut «Pangrond!» gerufen wird. An diesem Morgen bin ich früh aufgestanden, um ein Birnenbrot zu backen. Denn heute ist Pangrond. Pangrond ist ein alter Brauch aus Scuol, bei dem die Jungs meiner Klasse von Haustüre zu Haustüre laufen, «Pangrond!» rufen und die Mädchen ihrem Lieblingsjungen ihr selbstgebackenes Birnenbrot überreichen, um mit ihm später eine romantische Schlittenfahrt zu geniessen. Die Birnenbrote werden nach der Schlittenfahrt gemeinsam zum Zvieri gegessen. Eigentlich ein schöner Brauch - nicht aber, wenn man den Klassenschönling und Frauenschwarm als Freund hat. Für mich hiess Pangrond, meinen Freund und den Davoserschlitten mit anderen Mädchen aus meiner Klasse teilen zu müssen. Mein Freund liess sich als Mädchenheld feiern und war mächtig stolz auf sich selbst, ich war einfach nur genervt. Und einversüchtig. So beschloss ich das Jahr darauf, meinem Freund eins auszuwischen und wollte mein Birnenbrot einem Jungen in meiner Klasse schenken, der über all die Jahre in der Primarklasse nie eines bekommen hatte. Doch mein Plan ging nicht ganz auf. Der Junge wollte mein Birnenbrot nicht annehmen, da er meinte, dass ich es ihm nur aus Mitleid geben würde. So musste ich auch dieses Jahr wieder meinen Freund und den Davoserschlitten mit anderen Mädchen aus meiner Klasse teilen.

 

von Anina


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WEIHNACHTSBAUM AUF KUfEN

Jedes Jahr sind wir am 24. Dezember mit unserem Vater in den Wald gegangen, um eigenhändig unseren Weihnachtsbaum zu fällen. Die Rollen waren klar aufgeteilt. Ich übernahm die Wahl des Baumes. Mein Bruder das Fällen. Dabei erzählte unser Vater Geschichten von früher. Auch er ist als Kind mit seinem Vater jedes Jahr den eigenen Weihnachtsbaum fällen gegangen. Eine Familientradition in zweiter Generation also. Wir nutzen sogar noch den gleichen Davoserschlitten wie dazumal, um den Weihnachtsbaum voller Stolz nach Hause zu ziehen. 

 

Das waren noch Zeiten, als weisse Weihnachten selbstverständlich waren. Nun habe ich selbst zwei Söhne - einer drei, der andere sieben. Mir liegt viel daran, diese Familientradition, die ich als Kind so sehr schätzte, in dritter Generation weiterzuführen. Den Davoserschlitten gibt es noch. Da kann man nur noch auf weisse Weihnachten hoffen!

 

von Fabio

Uitikon-Waldegg

Weihnachtsbaum

 


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SCHWARZ GEFROREN

Oberengadin

Silvaplana See

Es kommt nicht oft vor, dass Seen schwarz gefrieren. Vor sieben Jahren - im 2008 - durften wir an Weihnachten dieses bezaubernde Phänomen im Oberengadin erleben. Als Frühaufsteher hatten wir den See für uns. Man fühlt sich klein auf dieser riesigen schwarzen Fläche aus Eis. Ein wenig mulmig war mir schon. Denn Bewegungen im Eis geben immer mal wieder ein lautes Knall-Geräusch von sich. Meine Kinder meinten nur, ich soll nicht so ein Schisshaase sein. Am Nachmittag zieht der schwarz gefrorene See wie ein Magnet alles an, was sich bewegt: sei es für eine Runde Schlittschuhlaufen, Eisfischen oder einfach nur Lustwandeln. Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl, auf zwei Kufen von Dorf zu Dorf über das Eis zu gleiten. Damit auch die Kleinsten die grossen Distanzen bewältigen können sind viele Familien mit einem Schlitten unterwegs. Auch wir hatten unseren Davoserschlitten dabei: ob als Schlafbank zum Kräfte sammeln, als Aussichtsdeck, um Fische unter der klaren Eisschicht zu suchen oder als Picknick Bank für unterwegs. 

 

von Elisa



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